Jede Wahl eines Standorts beginnt mit einer Risikoanalyse.

RZ Standort: Kriterien für die Standortwahl

Welche Kriterien und Aspekte sind entscheidend für die Wahl eines Rechenzentrum-Standorts? Grundsätzlich gilt: Entscheidend sind die (Compliance-)Anforderungen des Unternehmens an die Verfügbarkeit der IT-Systeme bzw. -Anwendungen und an die Sicherheit von Daten und Infrastruktur. Der Verfügbarkeits- und Sicherheitsanspruch beeinflusst also, wie flexibel das Unternehmen bei Kriterien wie Netzanbindung, Klima und Umweltbedingungen sein kann.

Risiko- und Standortanalyse 

Jede Wahl eines neuen und jede Überprüfung/Modernisierung eines bestehenden Standorts des Rechenzentrums beginnt mit einer Risikoanalyse. Daraus geht hervor, welchen Gefährdungen das Rechenzentrum standhalten muss und welche Risiken mit einem ins Auge gefassten Standort einhergehen bzw. welche Optimierungsmaßnahmen – bedarfsgerecht und wirtschaftlich ausgerichtet – gesetzt werden müssen, z.B. ob ein redundantes Rechenzentrum notwendig ist oder darauf verzichtet werden kann.

Standards beachten

Wichtig ist zudem die Einhaltung von Vorschriften und Normen – so wie die Rechenzentrumsnorm EN 50600, TÜV-Vorgaben oder die Kriterien des BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) für die Standortwahl von Rechenzentren. KRITIS-Unternehmen etwa müssen identifizierte Risiken mit Lösungen neuesten technischen Stands reduzieren. Beispiel: Wird für den Standort ein erhöhtes Sabotage-Risiko identifiziert, müssen Außenanlagen noch besser geschützt oder gar in das Gebäude verlegt werden. Die Experten von Prior1 kennen die Vorgaben und Standards, beraten Sie ausführlich und unterstützen Sie mit maßgeschneiderten Lösungen.

Wichtige Standortkriterien

Für Unternehmen mit sehr hohen Verfügbarkeitsansprüchen kann die Errichtung/Ertüchtigung eines zweiten Standorts nötig sein. Dabei sollte darauf Wert gelegt werden, dass sich insbesondere starke Gefährdungen, wie z. B. Naturkatastrophen oder Nuklearvorfälle nicht zeitgleich auf beide Standorte auswirken können. An dieser Definition orientiert sich der erforderliche Abstand zwischen den zwei Rechenzentren. Auch die Konnektivität, also die Anbindung an Strom- und Datennetzwerke ist ein relevanter Faktor. Darüber hinaus muss für jeden Standort geprüft werden, welche Gefährdungen sich in der Nähe befinden. Beispiele: Kernkraftwerke, Flüsse, Biogas-Anlagen, etc. Nicht zuletzt müssen die klimatischen Bedingungen am geplanten Standort beachtet werden. Der Klimawandel sorgt auch in Deutschland für höhere Windgeschwindigkeiten, mehr Hitze und Wetterkatastrophen, die zumindest für die Außenanlagen eines Rechenzentrums zur Gefahr werden können.

 

Was die Zukunft (vielleicht) bringt

Bergwerke, Unter-Wasser-Standorte oder Standorte im kühlen Norden Europas – Rechenzentren müssen gekühlt werden. Je kühler die Umgebung, desto geringer die Klimatisierungskosten. Auch gesetzliche Vorgaben beeinflussen die Standortwahl von Unternehmen: Etwa, weil sie aufgrund der EU-Datenschutzgrund verordnung (DSGVO) ihr Rechenzentrum innerhalb oder aus demselben Grund außerhalb Europas ansiedeln wollen. Auch das Ziel der EU-Kommission, den Stromverbrauch von Rechenzentren zu begrenzen, kann für Unternehmen zum entscheidenden Aspekt für die Standortwahl werden. Beeinflusst wird die Entscheidung für oder wider einen Standort künftig aber auch von Trends wie zum Beispiel Edge-Computing: Statt großer Rechenzentren außerhalb der Ballungszentren sind hierfür viele kleine lokale erforderlich.

Haben Sie Fragen zur Standortwahl Ihres Rechenzentrums? Wir helfen Ihnen gern!