Anforderungen an einen Serverraum

Der Serverraum beherbergt die zentrale IT-Infrastruktur des Unternehmens. In der modernen, digitalisierten Welt stellt der Ausfall der IT ein enormes Risiko für den Geschäftserfolg dar. Daher müssen Serverräume hohen Anforderungen gerecht werden und gleichzeitig flexibel an technologische und andere Entwicklungen anpassbar sein.

 

Prior 1 ist spezialisiert auf die Planung, den Bau und die Ausstattung von Serverräumen, berät zu Betriebsführung und erarbeitet Strategien zu Outsourcing und Colocation.

Ab wann braucht ein Unternehmen einen Serverraum?

Kein klein- oder mittelständisches Unternehmen – unabhängig davon, ob es 500 oder 5.000 Mitarbeiter hat – kommt mehr ohne EDV aus. Im Gegenteil: Immer mehr Geschäftsprozesse werden digitalisiert; die Komplexität der IT nimmt kontinuierlich zu. Serverräume sind die Schaltzentralen der IT-Infrastruktur und als solche essenziell für den sicheren Ablauf der Geschäftsprozesse. Je komplexer die IT, je wichtiger reibungslose IT-Abläufe für den Unternehmenserfolg, desto mehr Bedeutung haben die hohe Verfügbarkeit und der Schutz der IT. Ein professionell geplanter, implementierter und betriebener Serverraum bietet den nötigen Schutz viel eher als eine als Serverraum mitgenutzte Abstellkammer.

Optimierung, Erweiterung, Erneuerung von Serverräumen

Die voranschreitende Digitalisierung holt die Server aus ihren in der Vergangenheit häufig stiefmütterlich eingerichteten und betreuten Kellerräumen und Wandnischen. Ihre Bedeutung als zentrale Elemente der IT und mittragende Säulen des Geschäftserfolgs führt dazu, dass immer mehr Unternehmen ihre Serverräume kritisch hinterfragen und Optimierungen oder Neubauten vornehmen. Die Gründe dafür sind unterschiedlich:

 

  • Der Serverraum hat sich über Jahre entwickelt und nun seine physikalischen und bautechnischen Grenzen erreicht. Jetzt wird eine neue, zukunftsfähige Lösung benötigt.
  • Der hohe Verfügbarkeitsanspruch an die IT macht eine Modernisierung oder Erweiterung des Serverraumes notwendig.
  • KRITIS-Unternehmen brauchen einen Serverraum auf dem letzten Stand der Technik.
  • Bei Unternehmen, die Teil einer Lieferantenkette sind, muss der Serverraum die vertraglichen Anforderungen der Kunden erfüllen.
  • Oft liegen den Änderungen auch Versicherungsaspekte zugrunde. Für Serverräume, die den geltenden Normen und Gesetzen nicht entsprechen, kann der Versicherungsschutz erlöschen.
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Anforderungen an einen Serverraum

Ein unsicherer Serverraum stellt ein erhebliches Risiko für das Unternehmen dar. Daher sind bei der Gestaltung und Organisation eines sicheren und zukunftsfähigen Serverraums infrastrukturelle, organisatorische sowie gesetzliche Anforderungen zu beachten.

  1. Gebäude/Räumlichkeiten

In der Regel befindet sich der Serverraum innerhalb des Unternehmensgebäudes. Idealerweise sollte er sich in einem eigenen Brandschutzbereich befinden. Optimal wäre die Unterbringung des Serverraums in einem anderen Gebäude. In jedem Fall müssen jedoch Risiken, die sich aus der Umgebung des Raumes bzw. des Hauses ergeben, bei der Absicherung mitbeachtet werden.

 

  1. Stromversorgung/USV

Optimal ist, wenn der Serverraum über einen eigenen Stromkreis verfügt. Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) erlaubt im Fall eines Stromausfalls das kontrollierte Herunterfahren der Systeme. Ein Notstromgenerator sorgt für die Aufrechterhaltung der Systeme im Fall eines langfristigen Stromausfalls.

  1. Klimatisierung und Brandschutz

Serverräume müssen vor Hitze und Feuer geschützt werden. Daher ist die Ausstattung mit Klimaanlagen, Rauchmeldern und Brandmeldeanlagen sowie eventuell automatischen Löschanlagen wichtig. Auch ein Handfeuerlöscher (Kohlendioxid, Argon, Stickstoff, FM 200) sollte vorhanden sein.

  1. Schutz vor Wasser

Wasser bzw. Feuchtigkeit und sensible IT-Anlagen sind eine schlechte Kombination. Das Eindringen von Wasser, z. B. durch Fenster, sollte daher verhindert werden. Sind wasserführende Leitungen im Serverraum vorhanden, sind diese in der Planung und Ausführung zu berücksichtigen.

  1. Doppelboden

Ein Doppelboden, in dessen Hohlraum die Verkabelung untergebracht wird, erhöht die Sicherheit im Serverraum.

  1. Einbruchsschutz/Videoüberwachung

Um Unbefugten den Zugang zum Serverraum zu verwehren, müssen sämtliche Eingangs- und Einstiegsmöglichkeiten (z. B. Fenster, Luken, Lichtschächte) gesichert werden. Eine Videoüberwachung des Eingangsbereichs erhöht den Schutz, muss aber datenschutzkonform (DSGVO) aufgesetzt werden.

  1. Berechtigungskonzept, Dokumentation und Kontrolle

Ein schriftliches Berechtigungskonzept legt fest:

  • wer organisatorisch und technisch die Berechtigung zum Betreten des Serverraums vergibt
  • welche Personen Zutritt zum Serverraum erhalten

Im Idealfall wird jeder Aufenthalt im Serverraum dokumentiert und dies regelmäßig kontrolliert. Auch eine transparente Schlüssel- oder Chipkarten-Verwaltung spielt eine wichtige Rolle sowie klare Regelungen, welche Schritte bei Schlüsselverlust einzuleiten sind.

  1. Gesetzliche Anforderungen

Der Betrieb eines Serverraums unterliegt zahlreichen Gesetzen, Vorschriften und Normen. Dazu gehören etwa die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV §14) und die Unfallverhütungsvorschrift (DGUV V3). Auch eine Reihe gesetzlicher Vorschriften kommen zum Tragen, so z. B. das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG), das Handelsgesetzbuch (HGB), das Bundesdatenschutzgesetz, das Telemediengesetz (TMG), die Grundsätze ordnungsmäßiger DV-gestützter Buchführungssysteme (GoBS) oder die Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen (GDPdU).

  1. Normen

Normen und Richtlinien, wie ISO/IEC 27001, ISO 27002:2008 erleichtern den Compliance-konformen Betrieb eines Serverraums. Auf Grundlage der ISO/IEC 27001 kann ein Sicherheits-Management-System realisiert und nach dem Plan-Do-Check-Act-Prinzip laufend verbessert werden. Auch das IT-Service-Management spielt eine wichtige Rolle, es erfolgt nach den Richtlinien der IT Infrastructure Library (ITIL) oder gemäß der ISO-20000-Norm.

  1. Vertragliche Anforderungen von Kunden

In manchen Branchen muss der Serverraum zudem vertragliche Anforderungen von Kunden an die Verfügbarkeit der Prozesse erfüllen. Ein typisches Beispiel dafür sind die Just-in-Sequence (JIS)-Abläufe in der Automobilindustrie.

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1. Standort

Höchstverfügbare und georedundante Rechenzentren sind nicht überall realisierbar.

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2. Stromversorgung / USV

Rechenzentren müssen zuverlässig laufen und sollten möglichst nie ausfallen.

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3. Klimatisierung

Klimatisierung stellt einen der entscheidenden Aspekte in Bezug auf Verfügbarkeit dar

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4. Brandschutz

Ein ganzheitliches Brandschutzkonzept schützt nicht nur die IT.

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5. Schutz vor Wasser

Wasser und Feuchtigkeit im Rechenzentrum kann verheerende Schäden anrichten.

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6. Doppelboden

Im Whitespace des Rechenzentrums verlaufen Kühlströme und Verkabelungen

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7. Überwachung & Monitoring

IT-Infrastruktur im Rechenzentrum muss laufend überwacht und monitored werden

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8. Energieeffizienz

Die Energieeffizienz in Rechenzentren hat nicht nur Auswirkung auf die Umwelt.

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2. Stromversorgung/USV/Notstrom

Rechenzentren müssen zuverlässig laufen und sollten möglichst nie ausfallen. Daher ist eine verlässliche, unterbrechungsfreie Stromversorgung von höchster Relevanz. Abgesichert wird die Stromversorgung durch ein effizientes, mehrfach redundantes Stromverteilungsnetzwerk, dessen wichtigste Komponente die unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) ist. Zudem verfügen Rechenzentren über eigene Notstromlösungen, etwa Dieselgeneratoren.

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3. Klimatisierung

Die IT-Hardware erzeugt durch die Leistungsdichte, die mittlerweile erreicht wird, hohe Temperaturen. Server, Prozessoren, etc. werden heiß und müssen rund um die Uhr gekühlt werden, um einen Ausfall aufgrund von Überhitzung zu vermeiden. Kühlung und Klimatisierung sind daher die Hauptenergieverbraucher im Rechenzentrum und haben enormen Einfluss auf die Betriebskosten. Daher sollte die Klimatisierung und Kühlung sorgfältig geplant werden.

Wir haben umfassende Erfahrung mit Rechenzentrums- und Klimatisierungsprojekten jeglicher Größe. Unabhängig davon, ob Sie den Neubau, den Umbau oder die Optimierung Ihres Rechenzentrums planen – wir beraten und unterstützen Sie gerne.

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4. Brandschutz

Eine passende Brandschutzausstattung – Rauchsensoren, Brandmelder, Feuerlöscher, Rauchansauganlagen, Brandfrüherkennungslösungen, Gaslöschanlagen – ist in modernen Rechenzentren eine Selbstverständlichkeit. Rechenzentren sind in der Regel in verschiedene Brandabschnitte unterteilt, verfügen über Brandschutztüren und -wände sowie über automatische Schließeinrichtungen, die im Brandfall die Sauerstoffzufuhr zum betroffenen Bereich stoppen. Außerdem gehört ein Notfallplan, der alle notwendigen Schritte und Verantwortlichen festhält, zum Brandschutzkonzept in Rechenzentren. Nicht zuletzt hilft eine Umschaltlogik zur Disaster-Recovery-Location, zum Ausfallrechenzentrum bzw. zum Redundanzrechenzentrum, größere Schäden zu verhindern.

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wasser

5. Schutz vor Wasser

Wasser im Rechenzentrum kann verheerende Schäden anrichten. Daher benötigen Rechenzentren einen angemessenen Schutz vor Wasserschäden. Fehlt dieser oder reicht er nicht aus, entstehen nicht nur Schäden, sondern es kann zudem zu Problemen bei der Schadensregulierung mit dem Versicherer kommen.

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6. Doppelboden

Der Doppelboden gehört zu den altbewährten Konzepten im Rechenzentrum. Diente er in der Vergangenheit der Unterbringung der Verkabelung, ist sein primärer Zweck mittlerweile bei vielen Rechenzentren die Zuführung kalter Luft zu den Servern.

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7. Einbruchsschutz/Videoüberwachung & Monitoring

Die IT-Infrastruktur im Rechenzentrum muss auch gegen Diebstahl, Sabotage und Spionage geschützt werden. Zutrittskontrollkonzepte, Zugangsberechtigungen, Einbruchmeldeanlagen, Videoüberwachungssysteme sowie die Dokumentation der Zutritte gewährleisten den entsprechenden Schutz.

Moderne Rechenzentren sind hoch komplexe Bereiche, was die Anforderungen an ihre Verwaltung, die Absicherung und ihre Überwachung deutlich erhöht. Dennoch ist ein ausgeklügeltes Monitoring essenziell, dient es doch dazu, das Geschäft aufrecht zu erhalten. Überwacht werden muss nicht nur die IT-Infrastruktur, also Server, Speicher und Netzwerk-Switches, sondern auch die Rechenzentrumsinfrastruktur, zu der etwa die Stromverteilungseinheiten, Generatoren, Klimageräte, Ventilatoren oder HLK- (Heizung Lüftung Kühlung) Geräte gehören.

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8. Energieeffizienz

Rechenzentren verbrauchen viel Strom. Ein erheblicher Teil der Kosten eines Rechenzentrums sind daher Stromkosten. Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz nutzen nicht nur dem Unternehmen, sondern auch der Umwelt. Unsere Praxiserfahrung zeigt, dass sich bereits mit einfachen Maßnahmen Energie einsparen lässt. Fragen Sie unsere Experten nach Optimierungsmöglichkeiten in Ihrem Rechenzentrum.

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SIE PLANEN DEN NEUBAU ODER DIE MODERNISIERUNG EINES RECHENZENTRUMS?

Wir unterstützen Sie gern dabei, Größe und Aufbau nach Ihren Anforderungen auszurichten, einen optimalen Standort zu finden und das Rechenzentrum gemäß Ihren Wünschen modular, nachhaltig und ausbaufähig zu gestalten.

Welche Art von Rechenzentrum passt zu Ihrem Unternehmen?

Während in der Vergangenheit Rechenzentren vornehmlich von den Unternehmen selbst gebaut und betrieben wurden, ist seit einiger Zeit auch in diesem Bereich vieles im Umbruch. Sowohl der Bau als auch der Betrieb eines Rechenzentrums ist komplex und aufwändig. Daher haben sich einige Alternativen entwickelt:

  • Datacenter as a Service war lange Zeit ein starker Trend, ist aber mittlerweile rückläufig. Dennoch kann Datacenter as a Service für bestimmte Unternehmen von Interesse sein. Unternehmen mieten oder leasen dabei den Zugriff auf das Rechenzentrum eines Anbieters und nutzen dessen Server, Netzwerke, Massenspeicher, usw.
  • Bei Infrastructure as a Service (IaaS) bietet ein Cloud-Provider Unternehmen die typischen Komponenten einer Rechenzentrumsinfrastruktur, wie Hardware, Rechenleistung, Speicherplatz oder Netzwerkressourcen. IaaS-Angebote können bei Bedarf einfach erweitert werden und werden in der Regel nach tatsächlichem Bedarf verrechnet.
  • Platform as a Service wird von Betreibern großer Rechenzentren angeboten. Hierbei werden Hardware-, Betriebssystem- sowie Speicher- und Netzwerkkapazitäten über das Internet bezogen. So können Unternehmen virtualisierte Server und zugehörige Dienste mieten, um vorhandene Anwendungen auszuführen oder neue zu entwickeln und zu testen.
  • Bei Colocation ↗ Server Housing handelt es sich um die Auslagerung der unternehmenseigenen Server-Hardware in ein Colocation Data Center. Diese Rechenzentren bieten ausreichend Fläche und erfüllen alle Anforderungen an ein modernes Rechenzentrum. Eine Variante hierbei sind die von Immobilienunternehmen betriebenen Colocation-Center. Die Immobilie wird gemietet, das darin unterzubringende Rechenzentrum kommt vom Unternehmen.

In Zukunft: Edge-Rechenzentren

Bereits heute zeichnet sich ab, dass die zunehmende Nachfrage nach Edge-Computing auch die Nachfrage nach Edge-Rechenzentren antreiben wird.

Dabei werden die Daten dort verarbeitet und gespeichert, wo sie generiert und verwendet werden – in verteilten Mikro-Rechenzentren vor Ort. Erst die verarbeiteten Daten werden in große, zentralisierte Rechenzentren weitergeleitet. Befeuert wird dieser Trend in erster Linie durch Content Distribution Networks (CDN) sowie durch Internet of Things (IoT) Anwendungen verschiedenster Art. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden künftig vornehmlich Edge-Rechenzentren Daten aus der Infrastruktur des Internet of Things sammeln, verarbeiten, speichern und analysieren.

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